Noch um 1900 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 42 und für Frauen 46 Jahre. Heute werden in der Bundesrepublik Männer im Durchschnitt 74 und Frauen 80 Jahre alt. Würde die Lebenserwartung im 21. Jahrhundert ebenso steigen, können Jungen hypothetisch im Schnitt 130, Mädchen 140 Jahre alt werden. Laut einer kalifornischen Studie könnte der Altersrekord im Jahre 2050 bereits bei 150 Jahren liegen. Der Anteil der über 80jährigen wird im Jahre 2050 über 10 % betragen.
Die Französin Jeanne Calment wurde 122 Jahre alt und hat damit das höchste bekannte Alter eines Menschen erreicht. Auf die Frage nach dem Geheimnis ihres hohen Alters antwortete sie stets bescheiden, der liebe Gott habe sie einfach nur vergessen.

"Alle möchten lange leben aber alt werden will keiner" bemerkte der irische Satiriker Jonathan Swift schon vor fast drei Jahrhunderten. Es spiegelt wieder, worin sich wohl alle Menschen einig sind: Entscheidend sind nicht die gewonnenen Jahre sondern die körperliche und geistige Gesundheit. "Keine Kunst ist's alt zu werden. Es ist eine Kunst, es zu ertragen", sagte Goethe. Der Wunschtraum der Menschheit lautet: Alt werden ohne zu altern.

Bis heute gibt es keine einheitliche, gänzlich unbestrittene Theorie, warum wir eigentlich altern. In einem Punkt stimmen viele der Denkansätze jedoch überein. Eine zentrale Rolle beim Altern spielen ganz ohne Zweifel Schädigungen der Zellen durch sogenannte freie Radikale. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um instabile Sauerstoffmoleküle (= oxidativer Stress). Der beste Schutz ist eine reichliche Versorgung mit Vitamin C, E, Carotinoiden, Gluthation, Coenzym Q 10, Selen und Zink. Vor allem das Gluthation machte in letzter Zeit sehr viele Schlagzeilen, da der Mangel offensichtlich eine wesentliche Rolle im Alterungsprozess spielt. Die Einnahme von Vitaminpräparaten kann in gewissen Lebenssituationen (z.B. Stress) durchaus geboten sein. Allzu viel an Einzelwirkstoffen bringt jedoch eher ein Ungleichgewicht im Organismus. Besser ist es, sich durch vernünftige Ernährung fit zu halten.

Mit dem Sinn und Nutzen von zusätzlichen Vitaminen, Spurenelementen und anderen Vitalstoffen beschäftigt sich die sogenannte Orthomolekulare Medizin. An dieser Stelle möchte ich lediglich die Ergebnisse zweier medizinischen Studien kurz zusammenfassen:

In der ersten Studie an 12.000 Personen in Kalifornien zeigte sich, dass die regelmäßige Einnahme von Multivitamintabletten zusätzlich Vitamin C und E in hohen Dosierungen die Sterblichkeit um ca. 30 % im Vergleich zur Kontrollgruppe senkte. Einfache, niedrig dosierte Multivitamintabletten zeigten hingegen kaum einen Erfolg.

Die Gesamtsterblichkeit an Krebs bei Männern sank unter der Therapie um 22 %, die Sterblichkeit an Herzerkrankungen sank um 42 %.

In der Linxian-Studie aus China sank die Sterblichkeit um 9 %, die Mortalität durch Krebs sank um 13 %. Die Häufigkeit von Grauem Star ging um 40 % zurück.

Was können wir selber tun und was bietet die Naturheilkunde, damit sich der Traum vom gesunden Altern erfüllen kann? Hierzu einige Tipps:

  1. Schlemmer werden die Botschaft nicht gern vernehmen, aber das A und O einer jeden Lebensverlängerung ist eine mengenmäßig knapp bemessene Kost bei gleichzeitig reichlicher Zufuhr an Wirkstoffen (Vitamine, Spurenelemente). Dies ist einer der sichersten Wege um gesund alt zu werden. Weniger Kalorien verlängern das Leben bei Säugetieren und den Menschen um bis zu 30 %.

  2. Sie sollten versuchen, möglichst 2 bis 3mal in der Woche Sport zu treiben. Alles,was der Körper nicht braucht, baut er aus Sparsamkeit ab. Nutzen wir also nicht unsere Muskeln und Gelenke, verlieren wir an Kraft und Beweglichkeit.

  3. Trinken sie möglichst viel klares Wasser ohne Kohlensäure (bis zu 2 l). Viel Flüssigkeit ist ungemein wichtig für die Durchblutung des Gehirns, für die Nieren und die Haut. Klares Wasser ist zudem eins der besten entgiftenden Mittel der Natur.

  4. Auch wenn wir noch so gesund leben: Im Laufe der Jahre sammeln sich Giftstoffe in unserem Organismus an, die vor allem im Fettgewebe eingelagert werden. Hier helfen wohltuende Entgiftungsmaßnahmen, wobei der Organismus sowohl über die Haut, den Darm und die Nieren entgiften kann. Unser zentrales Entgiftungsorgan ist jedoch die Leber, die man mit einfachen pflanzlichen Mitteln unterstützen kann.

  5. Schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie Stress.

  6. Für unsere geistigen Fähigkeiten sind pflanzliche Stoffe wie Ginseng, Ginkgo als auch Lecithin hilfreich.

  7. Manchmal sind es auch die Medikamente, die uns krank machen. Viele Mittel lassen sich möglicherweise reduzieren oder sogar ganz absetzen. Diese Entscheidung sollte jedoch immer ein Arzt treffen.