Allergien bestimmen immer mehr den Alltag vieler Menschen.

Wie kommt es, dass in zunehmendem Maße auch Erwachsene betroffen sind, die bislang keinerlei allergische Symptome hatten.

Möchte man Allergien in einfachen Worten erklären, müsste man sie als eine Überreaktion unseres Immunsystems bezeichnen. Das Abwehrsystem des Körpers reagiert auf Substanzen (z.B. Birkenpollen), die für den Körper eigentlich völlig harmlos sind.

Eine mögliche Erklärung hierfür liegt in unserer Ernährung. Dazu einige erstaunliche Zahlen:

Ein 70 kg schwerer Mensch besteht aus 12 Billionen Zellen, sein Darm wird jedoch von 100 Billionen Mikroben besiedelt, von welchen etwa 500 Arten bekannt sind. Einige dieser Keime helfen uns bei unserer Verdauung, andere jedoch sind Schmarotzer, die uns schädigen und auf Kosten unserer Gesundheit leben. Die Hautoberfläche dieses 70 kg schweren Menschen beträgt nur 2 qm, die Oberfläche des gesamten Darmsystems jedoch 300 bis 400 qm. Dies erklärt, warum 80 % unseres erworbenen Immunsystems seinen Ursprung in dem Kontakt mit Keimen aus dem Darm hat und nicht durch den Kontakt mit Keimen aus der Luft. Folglich sind auch 70 bis 90 % unserer Abwehrzellen ständig in unserer Darmwand tätig. Nur 10 bis 30 % unserer Abwehrzellen schützen uns hingegen vor Keimen, die wir über die Haut und die Atemwege aufnehmen.

Sicherlich sind das sehr interessante Zahlen, aber was hat das mit Allergien zu tun?

Wir ernähren uns in großen Mengen von Milch- und Weizenprodukten sowie Rind- und Schweinefleisch. Ackerbau und Viehzucht kennt die Menschheit erst seit ca. 10.000 Jahren. Dies ist nur 0,2 % der Zeit, die der Mensch und Vormensch auf diesem Planeten existiert.

Wir ernähren uns also in riesigen Mengen von Eiweißprodukten, die unsere frühesten Vorfahren in dieser Einseitigkeit und in diesen Mengen nicht kannten. Da wir diese Nahrungsmittel außerdem kochen und braten, verlieren sie zudem noch wertvolle Enzyme, die uns bei der Verdauung fehlen. Nun kommt unser Immunsystem ins Spiel, denn es muss ja unsere Nahrung durch die Darmwand lassen, Keime des Darms aber zurückhalten. Das Immunsystem ist überfordert und beginnt damit, auch Nahrung als schädlich einzustufen. Es entsteht eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Dies kann mit völliger Beschwerdefreiheit ablaufen und Jahrzehnte unentdeckt bleiben, aber im Laufe der Zeit auch zu verschiedenen Erkrankungen führen, wie:

  • Allergien; Neurodermitis; Asthma; Infektanfälligkeit
  • andere chronische Erkrankungen wie z.B. Nebenhöhlenentzündungen, Hautekzeme, Darmentzündungen oder auch Akne
  • unbestimmte Beschwerden sowie allgemeines Unwohlsein

Es kommt noch ein weiterer wichtiger Faktor hinzu. Unsere moderne Nahrung ist arm an Omega-3-Fettsäuren, die in körpereigene Enzyme eingebaut werden und Entzündungen hemmen. Dieser Mangel unterstützt die Überreaktion des Immunsystems, denn Allergien, Asthma und Neurodermitis sind vor allem Entzündungsreaktionen.

Bei Neurodermitis zeigte sich in den letzten Jahren noch eine weitere Ursache, die in unserem Darmsystem liegt. Darmpilze mit Namen Candida und ein harmloser Hautpilz gleichen sich wie Zwillinge. Bekämpft unser Immunsystem den Darmpilz, weil er in zu großen Mengen vorkommt, reagiert auch hier das Immunsystem über, und es entsteht möglicherweise Neurodermitis. Die Entstehung von Neurodermitis ist jedoch multifaktoriell, mit anderen Worten, die Nahrung ist zwar manchmal die alleinige Ursache, häufig jedoch nicht. Fehlbesiedlung des Darms mit schädlichen Mikroben können jedoch generell eine Vielzahl von Krankheiten auslösen.

Weitere Einflüsse sind z.B. Umweltgifte. Durch Gifte wird das Immunsystem noch zusätzlich belastet, was die Krankheitsentstehung beschleunigen kann. Ein drastisches Beispiel sind Autoabgase. In der DDR gab es bis 1990 weit weniger Allergiker als in der BRD. Mit Öffnung der Mauer wurde schlagartig die Belastung durch den Autoverkehr erhöht. Inzwischen gibt es in den neuen Bundesländern fast genauso viele Allergiker wie in den alten Bundesländern.

Wie können Naturheilverfahren und die Schulmedizin helfen?

Labordiagnostik: Hierdurch können sowohl die Besiedlung des Darms mit Keimen als auch die Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln bestimmt werden.

Umstellung der Ernährung: Die aus den Ergebnissen der Laboruntersuchung resultierende Umstellung der Ernährung bewirkt für sich allein häufig schon Wunder.

Symbioselenkung: Dies bezeichnet eine Therapieform, bei der auf die Fehlbesiedlung des Darms mit schädlichen Keimen Einfluss genommen wird.

Akupunktur: Sehr erfolgreich bei allergischen Krankheiten ist auch die Akupunktur, besonders wenn sie mit einer Homöopathischen Therapie kombiniert wird.

Entgiftungsmaßnahmen: Sie entlasten und stärken das Immunsystem.

Omega-3-Fettsäuren oder ägyptisches Schwarzkümmelöl: Sie wirken erst nach ein bis drei Monaten, sind in ihrem Erfolg dann jedoch sehr nachhaltig. Daher wird ihre Einnahme schon zum Beginn anderer Therapieverfahren empfohlen.

Die Schulmedizin: Sie macht ebenfalls erfreuliche Fortschritte. Moderne Antihistaminika (kein Cortison!) werden nur noch einmal täglich eingenommen, wirken über den ganzen Tag und sind gut verträglich. Der Nachteil ist jedoch, dass diese Medikamente nur die Symptome unterdrücken, nicht jedoch die Ursache der Krankheiten angehen. Die Folge ist, dass sie für die Dauer der Allergiesaison jedes Jahr erneut täglich eingenommen werden müssen.

Welche Therapie für Sie die Richtige ist, muss immer in einem persönlichen Gespräch und aufgrund einer ausführlichen Anamnese und Diagnostik geklärt werden.

Hausstaub- und Milben-Allergien:
Eine der häufigsten Allergien ist die Hausstaub- bzw. Milbenallergie. In Deutschland gibt es ca. 4 bis 8 Millionen Hausstauballergiker. Daher wird sie in diesem Rahmen nochmal gesondert betrachtet. Allergisch reagiert der Mensch nicht auf die Milbe sondern auf die Exkremente der Milbe. Etwa 10 Millionen Milben leben in einer Matratze.

Was hilft bei Hausstaub- und/oder Milbenallergie:
Wichtige Maßnahme sind Klima und Raumpflege, denn Milben mögen keine Temperaturen unter 18° C. Bettzeug und Matratze an einem kalten Wintertag für einige Stunden dem Frost auszusetzten, ist sehr hilfreich. Ein weiteres nützliches Mittel kommt aus der Pflanzenheilkunde. Es ist das Niembaumöl. Der Niembaum ist seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin bekannt.

Seine Wirkstoffe sind für den Menschen und Haustiere ungefährlich. Niembaumöl wirkt nicht wie andere Insektizide als Nervengift. Es beeinträchtigt Entwicklung, Wachstum und Fortpflanzung der Milben. Die Verträglichkeit von Niembaumöl erwies sich als ausgezeichnet, selbst bei extrem überempfindlichen Menschen löste es keinerlei Reaktionen aus.

Die Anwendung des Niembaumöls ist einfach. Nach zweimaligem Einsprühen von Matratzen, Decken, Kissen und Polstern ist eine erneute Anwendung erst nach einem Jahr wieder notwendig.

Allgemeine Informationen:
Milben oder Pollen sind nicht die Ursache einer Allergie sondern lediglich die Auslöser. Die Grundursache besteht in einer abnormen Überreaktion des Immunsystems. Deshalb ist es auch nicht allein damit getan, den Kontakt mit den Milben oder anderen Allergenen soweit wie möglich zu vermeiden. Trotzdem darf man den Nutzen einer Allergenkarenz nicht unterschätzen.