Tipps im Umgang mit Insekten und Insektenstichen:

Allgemeine Informationen über Insekten:
Wespen: Überstürzte Aktionen gegen Wespennester machen keinen Sinn, denn für die Invasion an der Kuchentafel oder beim Grillgut sind nur 2 Arten von Kurzkopfwespen zuständig und diese verstecken ihre Nester meist hinter Gebäudeverschalungen oder in der Erde. Die gut sichtbaren freihängenden Nester werden von Langkopfwespen bewohnt, die an unseren Süßigkeiten kein Interesse haben.

Hornissen: Sie stechen etwas tiefer als Wespen, die Giftmenge ist aber in etwa gleich.

Honigbienen zählen wie Wespen und Hummeln zu den Taillenwespen und können stechen, verlieren dabei aber ihren gesamten Giftapparat, der danach weiter Toxin in die Stichwunde pumpt. Die Honigbiene stirbt nach ihrem Stich. Alle anderen Bienen – mehr als 500 Arten – sind harmlos und können gar nicht stechen.

Bei den Hummeln stechen allein die Weibchen, allerdings nur wenn sie sehr in Bedrängnis geraten. Hummeln sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Libellen werden im Volksmund auch Augenbohrer, Teufelsnadel oder Pferdeschlächter genannt. Interessante Namen für ein Insekt, das weder beißen noch stechen kann und auch kein Gift produziert. Sie sind so harmlos wie ein Grashüpfer, aber sogar mir wurde als Kind noch von Nachbarn erzählt, dass drei Libellenstiche einen Menschen und fünf Stiche ein Pferd töten.

Im Gegensatz dazu verfügen Ameisen sehr wohl über eine Giftdrüse. Das Gift besteht vornehmlich aus Ameisensäure. Außerdem beißen sie mit ihren scharfen Mundwerkzeugen.

Bremsen attackieren v.a. große Säugetiere und sind deshalb häufig auf Viehweiden anzutreffen. Bei den Bremsen stechen ebenfalls nur die Weibchen.

In den Monaten Juli bis Oktober tummeln sich in so manchem Garten Herbstmilben, auch Ernte- oder Grasmilbe genannt. Bei diesen Milben handelt es sich nicht um Insekten sondern um Spinnentiere. Auf Grashalmen warten sie auf ihre Opfer. Bisse fangen erst nach Stunden oder Tagen an zu jucken, zunächst ohne Hautveränderungen. Erst später entstehen Bläschen oder kleine Knötchen, die oft erst nach Monaten verschwinden. Krankheiten werden durch die Herbstmilbe nach heutigem Kenntnisstand nicht übertragen.

Zecken: Sie übertragen eine Form der Hirnhautentzündung (FSME) und eine weitere Krankheit namens Borreliose. Hinweise über Borreliose finden Sie unter dem Stichwort in dieser Homepage. Gegen die Hirnhautentzündung gibt es die Möglichkeit der Impfung.


Wie sollte man bei Insektenstichen als Ersthilfe vorgehen?

  1. Da Bienen Ihren Stachel in der Haut des Menschen verlieren, diesen möglichst rasch entfernen, da noch immer Gift durch den Stichkanal in den Körper eindringt.

  2. Kühlung durch einen feuchten Umschlag reduziert das Risiko einer Schwellung und lindert die ersten Schmerzen.

  3. Was viele nicht wissen: Bei Stichen in die Hand oder den Fingern unbedingt die Ringe von den Fingern entfernen. Sollte die Hand anschwellen, sind meist auch die Finger betroffen. Ringe können die Finger so abdrücken, dass die Ringe aufgeschnitten werden müssen.

  4. Kieselsäure-Gel hilft nicht nur bei Insektenstichen sondern auch bei anderen kleinen Wunden, Sonnenbrand und Mallorca-Akne. Es besteht aus Silizium, Sauerstoff und Wasser und ist ein sehr nützliches und naturheilkundliches Mittel.

  5. Homöopathisch hilft bei Insektenstichen natürlich Apis in niedrigen Potenzen wie z.B. D4.

  6. Bei Stichen im Mundbereich sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, auch wenn Sie auf Insektenstiche nicht allergisch reagieren.

  7. Ungewöhnlich starke Schwellungen nach Insektenstichen, Fieber, Lymphknotenschwellung, eine größer werdende Rötung oder eitrige Entzündungen sollten Sie ebenfalls zu einem raschen Arztbesuch veranlassen.

  8. Allergische Reaktionen auf Insektenstiche sollten immer schnellstmöglich ärztlich beurteilt werden.