Der Gesamtbestand an Cholesterin in unserem Organismus beträgt ca. 140 g. Dies ist eine gewaltige Menge. Allein das Gehirn enthält ca. 40 g. An chemisch exakt definierten Einzelsubstanzen sind nur Kalzium und Phosphat in höheren Mengen im Körper vorhanden.

Die durchschnittliche tägliche Cholesterinzufuhr beträgt ca. 300 bis 600 mg. Cholesterin kommt in allen tierischen, jedoch nicht in pflanzlichen Lebensmitteln vor.

Es ist nicht bekannt, warum sich mit zunehmenden Alter der Cholesterinspiegel bei vielen Menschen erhöht. Die Annahme, dass dies ausschließlich mit der Ernährung zusammenhängt, ist falsch, denn Cholesterin wird von unserem Organismus selbst produziert. Ein Hinweis auf die wichtige Bedeutung von Cholesterin ist, dass praktisch alle Gewebe in der Lage sind, Cholesterin zu bilden.

Dies ist der Grund, warum einige Menschen auch bei Einhaltung strengster Diät weiterhin erhöhte Cholesterinwerte aufweisen. Wird mit der Nahrung weniger Cholesterin aufgenom-men, stellt der Körper selber vermehrt Cholesterin her. Daher zeigten in Studien 75 % aller Personen keine oder nur eine unzureichende Änderung ihrer Cholesterinspiegel bei Diäten.

Warum produziert unser Körper Cholesterin?
Cholesterin ist kein Abfallprodukt unseres Organismus, sondern eine wichtige, lebensnotwendige Substanz. Es ist die entscheidende Stützsubstanz für die Zellwände, damit diese stabil bleiben. Es ist nötig zur Bildung von Hormonen sowie zur Synthese von Vitamin D. Weiterhin ist es ein wichtiger Bestandteil unserer Gallenflüssigkeit. Nicht nur zu hohe Cholesterinwerte sondern auch zu niedrige Cholesterinspiegel können daher schädlich sein.

Es stellt sich also die Frage, warum man den Cholesterinspiegel im Blut senken sollte? Der Grund ist ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Auftreten erhöhter Cholesterinspiegel und dem Auftreten von Gefäßerkrankungen, z.B. Herzinfarkte und Hirnschlag (Apoplex). Ein statistischer Zusammenhang bedeutet aber nicht unbedingt, dass man die Ursache einer Erkrankung gefunden hat, wie folgendes Beispiel erläutert:

Es ist bekannt, dass Kettenraucher häufig zwei gelbliche Finger an der Hand haben, mit der sie ihre Zigarette halten. Eine Statistik würde zeigen, dass "gelbliche Finger" und Lungenkrebs häufig kombiniert vorkommen. Niemand würde jedoch auf die Idee kommen, Lungenkrebs durch das Bleichen der Finger zu behandeln, denn die gemeinsame bekannte Ursache ist der Zigarettenkonsum.

Es gibt ebenso viele Studien, die einen Zusammenhang zwischen Cholesterinerhöhung und Gefäßkrankheiten sehen, wie Studien, die zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen. Über Studien, die Cholesterin als Risikofaktor einstufen, wird jedoch 5 bis 8mal so häufig berichtet.


Ich möchte Ihnen daher einige Ergebnisse der medizinischen Forschung schildern, über die leider zu wenig in der Öffentlichkeit berichtet wird:

Die geringste Sterblichkeit bei Frauen lag bei Cholesterinwerten zwischen 260 mg% und 280 mg%, bei Männern zwischen 190 mg% und 240 mg%. Zur Information: Alle Cholesterinwerte über 200 mg% gelten jedoch in der Medizin als krankhaft!

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass nach diesen Zielwertempfehlungen für Cholesterin 70 bis 80 % aller Deutschen über 40 Jahre "cholesterinkrank" wären! Vergleicht man die Cholesterinspiegel von Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, mit denen von Gesunden, ergeben sich kaum Unterschiede. Durch Cholesterinsenkung zeigte sich ein geringfügiger Rückgang der Todesfälle an Herzerkrankungen, dem gegenüber stand jedoch immer eine Zunahme der Todesfälle an anderen Erkrankungen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass anscheinend ein schwacher Zusammenhang zwischen erhöhten Cholesterinwerten und Herzerkrankungen besteht, ein genereller Nutzen der Cholesterinsenkung jedoch nicht bewiesen ist. Ausnahme bildet eine seltene und erbliche Form der Blutfetterhöhung, die durch eine Cholesterinsenkung eindeutig positiv beeinflusst wird.

In der Schulmedizin stehen inzwischen nicht mehr die Cholesterine allein, sondern Homocystein sowie Lipoprotein in Verdacht, Risikofaktoren für Gefäßveränderungen zu sein. Homocystein lässt sich durch die Gabe von B-Vitaminen positiv beeinflussen, Lipoprotein wird möglicherweise durch Vitamin C positiv beeinflusst, die Studien sind dahingehend jedoch nicht eindeutig. Der Verdacht liegt also nahe, dass nicht erhöhte Blutfette, sondern ein Mangel an Vitaminen und Enzymen der eigentliche Risikofaktor für Gefäßerkrankungen ist. Dafür spräche auch ein anderes interessantes Phänomen:

Eskimos ernähren sich fast ausschließlich von stark cholesterinhaltiger, tierischer Nahrung. Dennoch gibt es bei Ihnen fast keine Gefäßerkrankungen. Auch traditionell lebende Japaner erkranken deutlich seltener an Herzinfarkten und Gefäßkrankheiten. Dies ist ein unglaubliches Phänomen und war für lange Zeit ein medizinisches Rätsel. Der Lösung dieses Rätsels kam man näher, als man berücksichtigte, dass Eskimos, die in Dänemark leben, und Japaner, die in Amerika leben, ebenso häufig Herz- und Gefäßkrankheiten haben, wie Europäer und Amerikaner. Offensichtlich ist die Lebensweise entscheidend. Nun, was traditionell lebende Japaner und Eskimos gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass sie ihre Nahrung fast ausschließlich roh essen. Die großen Mengen an Cholesterin in der Nahrung sind nicht schädlich, wahrscheinlich weil ihre Nahrung ungekocht und somit reich an Vitaminen und Enzymen ist.

Eine Diät ist bei erhöhten Cholesterinwerten somit nicht überflüssig, im Gegenteil. Durch vermehrte Obst und Gemüsemahlzeiten erhöhen wir unsere schützenden Vitaminreserven.