Noch um 1900 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 42 und für Frauen 46 Jahre. Heute werden in der Bundesrepublik Männer im Durchschnitt 74 und Frauen 80 Jahre alt. Würde die Lebenserwartung im 21. Jahrhundert ebenso steigen, können Jungen hypothetisch im Schnitt 130, Mädchen 140 Jahre alt werden. Laut einer kalifornischen Studie könnte der Altersrekord im Jahre 2050 bereits bei 150 Jahren liegen. Der Anteil der über 80jährigen wird im Jahre 2050 über 10 % betragen.

Die Französin Jeanne Calment wurde 122 Jahre alt und hat damit das höchste bekannte Alter eines Menschen erreicht. Auf die Frage nach dem Geheimnis ihres hohen Alters antwortete sie stets bescheiden, der liebe Gott habe sie einfach nur vergessen.

In den 60er Jahren gab es in Deutschland ca. 500 Mitbürger, die ihren 100sten Geburtstag feiern konnten. Im Jahr 2005 waren es bereits über 5000 100jährige und 2 Mitbürger, die über 110 Jahre alt waren. Nach Hochrechnungen werden bereits im Jahr 2025 etwa 44.200 Menschen mit einem Alter über 100 Jahre in Deutschland leben.

„Alle möchten lange leben aber alt werden will keiner“ bemerkte der irische Satiriker Jonathan Swift schon vor fast drei Jahrhunderten. Es spiegelt wieder, worin sich wohl alle Menschen einig sind: Entscheidend sind nicht die gewonnenen Jahre sondern die körperliche und geistige Gesundheit. „Keine Kunst ist´s alt zu werden. Es ist eine Kunst, es zu ertragen“, sagte Goethe. Der Wunschtraum der Menschheit lautet: Alt werden ohne zu altern.

Gentherapie heißt nun das Zauberwort der modernen medizinischen Forschung und es scheint so, als würde die Wissenschaft der Menschen wiedermal weit schneller voranschreiten als ihre moralische Kompetenz. Mit einer Genanalyse wird es in Zukunft möglich sein, bereits jungen Menschen zu sagen, an welchen Krankheiten sie im Alter leiden werden. Möchten wir das wissen? Wie auch immer, noch kennen wir die Gene nicht, die uns altern lassen.

Bis heute gibt es keine einheitliche, gänzlich unbestrittene Theorie, warum wir eigentlich altern. In einem Punkt stimmen viele der Denkansätze jedoch überein. Eine zentrale Rolle beim Altern spielen ganz ohne Zweifel Schädigungen der Zellen durch sogenannte freie Radikale. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um instabile Sauerstoffmoleküle (= oxidativer Streß).

Was können wir selber tun und was bietet die Naturheilkunde, damit sich der Traum vom gesunden Altern erfüllen kann? Auf der folgenden Seite gebe ich Ihnen hierzu einige Tips:

  1. Schlemmer werden die Botschaft nicht gern vernehmen, aber: Das A und O einer jeden Lebensverlängerung ist eine mengenmäßig knapp bemessene Kost bei gleichzeitig reichlicher Zufuhr an Wirkstoffen (Vitamine, Spurenelemente). Dies ist einer der sichersten Wege um gesund alt zu werden. Weniger Kalorien verlängern das Leben bei Säugetieren und dem Menschen nachweislich um bis zu 30 %.

  2. Sie sollten versuchen, möglichst 2 bis 3mal in der Woche Sport zu treiben. Alles, was der Körper nicht braucht, baut er aus Sparsamkeit ab. Nutzen wir also nicht unsere Muskeln und Gelenke, verlieren wir an Kraft und Beweglichkeit.

  3. Trinken sie möglichst viel, z.B. klares Wasser ohne Kohlensäure. Viel Flüssigkeit ist ungemein wichtig für die Durchblutung des Gehirns, für die Nieren und die Haut. Klares Wasser ist zudem eins der besten entgiftenden Mittel der Natur.

  4. Auch wenn wir noch so gesund leben: Im Laufe der Jahre sammeln sich Giftstoffe in unserem Organismus an, die vor allem im Fettgewebe eingelagert werden. Hier helfen wohltuende Entgiftungsmaßnahmen, wobei der Organismus sowohl über die Haut, dem Darm und die Nieren entgiften kann. Unser zentrales Entgiftungsorgan ist jedoch die Leber, die man mit einfachen pflanzlichen Mitteln unterstützen kann.

  5. Schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie Stress.

  6. Für unsere geistigen Fähigkeiten gilt ebenfalls das Prinzip, dass wir möglichst immer in Bewegung bleiben sollen. Pflanzliche Stoffe wie Ginseng, Ginkgo als auch Lecithin können für unsere Gehirnleistung und unser Gedächtnis hilfreich sein.

  7. Das Immunsystem ist der Verwalter unserer Gesundheit. Im Rahmen einer Aufbaukur kann man vorbeugend die Abwehrkräfte stärken, wobei manchmal ganz einfache Maßnahmen bereits enorme Erfolge erzielen können.

  8. Ein 70 kg schwerer Mensch besteht aus 12 Billionen Zellen, sein Darm hingegen wird  von 100 Billionen Mikroben besiedelt. Entschlackungen sowie Heilfasten helfen, dass natürliche Gleichgewicht unserer Darmflora zu erhalten.

  9. Lebensmittelunverträglichkeiten sind nicht selten, bleiben jedoch häufig über Jahre und Jahrzehnte unbemerkt. Viele Krankheiten wie z.B. Allergien, Neurodermitis, Rheuma und Asthma können durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten bedingt sein, eine Labortestung kann bei Verdacht indiziert sein.

  10. Manchmal sind es auch die Medikamente, die uns krank machen. Viele Mittel lassen sich möglicherweise reduzieren oder sogar ganz absetzen. Diese Entscheidung sollte jedoch immer ein Arzt treffen.

Hundert ist nicht genug
Unter dieser Überschrift fand ich eine Veröffentlichung über die demografische Entwicklung. Die Zahl der über 100jährigen verdoppelt sich in den westlichen Industrieländern inzwischen alle 10 Jahre. Die USA erwartet, dass im Jahre 2050 rund 800.000 ihrer Einwohner diese Zahl überschritten haben werden. Sollten sie ebenso wie ich nicht gewusst haben, was unter Supercentenarians zu verstehen ist, hier die Lösung: es bezeichnet die Gruppe von Frauen und Männern, die bereits über 110 Jahre alt sind. Die Lebenserwartung hat sich in den Industrieländern in den letzten 100 Jahren verdoppelt und steigt immer weiter an. Welche Folgen diese Entwicklung für den Einzelnen oder für eine Gesellschaft hat, wurde nicht näher erläutert.

Einer der stärksten Wachstumszweige in der Medizin beschäftigt sich mit „Anti-Aging“ also mit Maßnahmen und Mitteln, die das Altern verlangsamen sollen. Es bedarf wohl bald eines eigenen Studienganges, um sich aus der Vielzahl der Angebote die heraussuchen zu können, die nicht nur die Hersteller reich machen, sondern tatsächlich auch einen Nutzen für den Käufer haben.

Eins ist jedoch unbestritten: Durch Vorsorgeuntersuchungen, die das frühe Erkennen von Krankheiten wie z.B. Krebs, Zuckerkrankheit und Bluthochdruck ausfindig machen, lassen sich die Möglichkeiten gesund ein hohes Alter zu erreichen, deutlich erhöhen. Alle Krankenkassen und Versicherungen unterstützen dieses Bestreben und erstatten ausführliche Vorsorgeuntersuchungen in zweijährigen Abständen. Wenn Sie nicht wissen, wie lange Ihre letzte Vorsorgeuntersuchung her ist oder noch nie eine Vorsorgeuntersuchung hatten, wenden Sie sich bitte einfach an meine Sprechstundenhilfe, die Ihnen gerne weiterhilft.