Bluthochdruck ist eine echte Volkskrankheit, von der 16 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Als Folgen drohen Herzinfarkt, Schlaganfall, Augenschäden bis hin zur Erblindung und Nierenversagen. Gefäßschäden können in allen Organen auftreten.

Ab einem Wert von 140/90 spricht man von Bluthochdruck. Ob ein Blutdruck mit Medikamenten behandelt werden muss und wenn ja mit welchen, hängt entscheidend vom Alter des Patienten ab.

Eine frühere Regel lautete:
Behandlungsbedürftig ist eine Hypertonie, wenn ein über 60jähriger Patient Werte von 160/95 überschreitet. Bei jüngeren Patienten galt folgende Regel: Lebensalter + 100 = oberer Grenzwert, der zweite Wert sollte immer unter 95 liegen.

Heutzutage gelten im Allgemeinen strengere Richtlinien. Menschen mit Blutdruckwerten zwischen 120/80 und 140/80 werden als gefährdet und manchmal sogar als behandlungsbedürftig eingestuft. In diesem Bereich wird von „prähypertensiv“ gesprochen.

Ich halte dies für sehr bedenklich und möchte auf eine Studie von Professor Meyer aus München verweisen:

Demnach müssen 93 Patienten über 5 Jahre mit Blutdruckmedikamenten behandelt werden, damit sich ein einziger Schlaganfall verhindern lässt. Um eine einzige Herzerkrankung zu verhüten, müssten 178 Patienten fünf Jahre lang behandelt werden.

Das heißt umgekehrt: Bei 92 bzw. 177 Patienten sind die kostspieligen, mit Nebenwirkungen behafteten Arzneimittel nutzlos, sie tragen lediglich die Risiken und Nebenwirkungen der Medikamente. Hierzu ist anzumerken, dass es jährlich 57.000 Arzneimittel-Tote in deutschen Krankenhäusern gibt, von denen 28.000 wahrscheinlich hätten vermieden werden können.

Es soll jedoch hier jedoch kein falscher Eindruck entstehen. Ein echter Bluthochdruck sollte auch in meinen Augen unbedingt behandelt werden und nicht selten ist dies auch nur medikamentös möglich. Vor dem Beginn einer medikamentösen Behandlung ist die Notwendigkeit unter Abwägung der Alternativen und Folgen jedoch genau zu prüfen.

Die Naturheilverfahren bieten nur wenige Mittel gegen Bluthochdruck, die jedoch nicht zu vernachlässigen sind. Sie kommen aus der Homöopathie, der orthomolekularen Medizin, und der Ernährungslehre. Sport und Gewichtsreduktion helfen ebenfalls den Blutdruck zu normalisieren. Sollte eine ausreichende Einstellung mit der Veränderung der Lebensgewohnheiten und einer naturheilkundlichen Therapie nicht gelingen, sollte wegen der Gefährlichkeit des Bluthochdrucks eine schulmedizinische Einstellung erfolgen.