Die Homöopathie wurde von dem 1755 geborenen Samuel Hahnemann eingeführt. Er entdeckte eher zufällig, dass Chinarinde bei Gesunden genau diejenigen Symptome erzeugt, gegen die sie bei Kranken eingesetzt wurde. Er machte weitere Versuche und kam zu dem Schluss, dass Arzneien an Gesunden charakteristische Symptome hervorrufen, die sie bei Kranken wiederum heilen. Als erster in der Medizin führte er kontrollierte Experimente mit Arzneimitteln an gesunden Versuchspersonen durch.

Die drei Grundprinzipien der Homöopathie sind:

  1. Ähnlichkeitsregel: Eine Behandlung mit demjenigen Arzneimittel, welches beim Gesunden Menschen die meisten ähnlichen Symptome erzeugt, vermag die Krankheit zu heilen (simila similibus curentur).

  2. Arzneimittelprüfung: Die Gesamtheit aller durch eine Substanz hervorgerufenen Symptome ergibt das sogenannte Arzneimittelbild dieser Substanz. Alle geprüften Substanzen und ihre Arzneimittelbilder werden in der Arzneimittellehre (materia medica) zusammengefasst.

  3. Durch das Potenzieren (im weitesten Sinne eine Verdünnungsreihe) kann laut Hahnemann eine Wirkungsverstärkung erreicht werden. Dies ist sicherlich der deutlichste Widerspruch zu der sogenannten Schulmedizin, da von der eigentlichen Wirksubstanz mit jeder weiteren Verdünnung immer weniger Moleküle vorhanden sind. Bei der Potenzierung wird also die Substanz (Materie) verringert jedoch die Energie einer Substanz gesteigert.

Wie funktioniert die Homöopathie?
Zunächst wird durch den Therapeuten die homöopathische Anamnese erhoben. Diese ist mit ca. 1 ½ Stunden deutlich länger als gewöhnlich, da der Therapeut nicht nur die aktuellen, krankheitsbezogenen Beschwerden erhebt. Vielmehr versucht er ein Gesamtbild des Patienten und seiner Krankheitsgeschichte zu gewinnen, da auch scheinbar kleine Beschwerden durchaus einen Schlüssel für die richtige Therapie darstellen können. Der Therapeut sucht ein passendes homöopathisches Medikament in einer geeigneten Potenz heraus. Zur Anwendung kommen meist Globuli (Kügelchen) und Tropfen, gelegentlich aber auch Spritzen.

Was sind die Anwendungsgebiete?
Die Homöopathie kann bei praktisch allen Erkrankungen eingesetzt werden, eine Ausnahme bilden lediglich die akut lebensbedrohlichen Erkrankungen